250: The Terminator (1984)

Nachdem wir uns kurzfristig an Weihnachten entschieden haben zum Schließen der beidseitigen cineastischen Wissenslücken ein neues Projekt zu beginnen, könnt ihr hier den ersten Beitrag zu diesem Projekt lesen. Näheres hatte ich bereits auf Twitter erklärt. Kurz zusammengefasst: Wir planen uns die nächsten Monate so gut es geht durch die Top250 Filme der Internet Movie Datenbank zu gucken, diese ohne große Ablenkung durch Handy oder dergleichen zu “genießen” so gut es geht und dann jeder einen eigenen Blogeintrag zum Film zu verfassen mit unserer offenen und ehrlichen Kritik.

Den Anfang macht also der dystopische Klassiker “The Terminator” mit Arnold Schwarzenegger. Wer den Film nicht kennt, bekommt hier gleich kurz einen Abriss über die Grundsituation und Handlung. Vorsicht: SPOILER der kompletten Handlung!

Der Terminator T-800 (Arnold Schwarzenegger) reist aus dem Jahr 2029 in’s Jahr 1984 zurück. Dort soll er die Mutter des Anführers der Rebellen im Krieg gegen die Maschinen, der bis zum Jahr 2029 den kompletten Erdball in einen quasi apokalyptischen Zustand versetzt und die Menschheit nahezu auslöschte, töten. Er wurde von SKYNET, dem Supercomputer der dafür sorgte dass irgendwann zwischen 1984 und 2020 die Maschinen der Menschheit den Krieg erklärten und einen atomaren Weltkrieg auslösten, geschickt um Sarah Connor zu töten bevor ihr Sohn John Connor überhaupt geboren wird. Dem Terminator, der eine Maschine mit biologischer Hülle ist, folgte ausserdem Kyle Reese – ein Militärveteran, der im Auftrag seines Mentors John Connor den Mord an Sarah Connor verhindern soll.

T-800 wird dabei tatsächlich mechanisch kühl und extrem brutal von Arnold Schwarzenegger verkörpert. Er zögert nicht seinen Weg zu Sarah mit Leichen zu pflastern und regelmäßig Unschuldige zu töten, wenn diese im Weg sind. Das markante Äussere von Arnie wird dabei von sehr wenig teils sehr knackigem Dialog begleitet. Reese hingegen kommt garnicht aus dem Plappern heraus, wenn er Sarah oder der Polizei von Los Angeles munter erzählt, dass er aus der Zukunft ist um die Welt zu retten. Letztere erklären ihn natürlich für verrückt und absolut irre, bevor der Terminator die Polizeistation und sämtliche Polizisten darin für’s Leichenschauhaus präpariert. Natürlich erst nachdem Arnie “I’ll be back!” sagte.

Es entwickelt sich ein rasantes Katz- und Mausspiel quer durch Los Angeles, bei dem sich Kyle und Sarah natürlich irgendwann näher kommen. Dies passiert natürlich erst nachdem sehr vielsagend ein paar Szenen vorher Kyle keine Antwort auf Sarahs Frage nach dem Vater ihres Sohnes hatte. So kommt es, wie es kommen muss – Kyle und Sarah haben eine schnelle Nummer im Motel, während sie quasi darauf warten, dass der Terminator sie aufspürt.

Mit selbstgebastelten Bomben und Sprengsätzen geht es dann wiederum auf eine Actionreiche Flucht vorm T-800, die in einer Fabrikhalle ihr Ende findet. Der T-800 wird besiegt, nachdem man ihm sprichwörtlich die Haut abzog, ihn überführ, ihn verbrannte, ihm die Beine wegsprengte und er von gefühlt 2000 Kugeln getroffen wurde. Harter Kerl. Aber nichts ist eben so hart wie eine industrielle hydraulische Presse,… und ich frage mich ja, ob der Hydraulic Press Channel auf Youtube jemals ein Video zur Schlussszene gemacht hat.

Wie auch immer… Sarah überlebt, ist von Kyle schwanger, der den T-800 nicht überlebte und fährt am Ende in den ominösen Sonnenuntergang, wo ihr ein kleiner mexikanischer Junge an einer Tankstelle prophetisch sagte: “Es kommt ein großer Sturm!”

Gemessen am Produktionsjahr, den damaligen technischen Möglichkeiten und der Tatsache, dass keiner große schauspielerische Leistungen in einem Actionfilm erwartet, fand ich den Film durchaus unterhaltsam. Ich bin mit den Terminatorfilmen aufgewachsen – und zwar so, dass ich sie eigentlich nicht kucken durfte, als diese aktuell waren. Ich war eben jung und ich muss zugeben, dass ich vor dem heutigen Rewatch nicht alle Details des Films im Kopf hatte und ich z.B. vergessen hatte, dass Kyle der Vater von John sein würde. Anscheinend hatten die 80er Spaß daran irgendwelchen Helden komische Väter zu geben. Viele Grüße an Luke an dieser Stelle.

Insgesamt lautet mein Fazit: 7/10 Punkte für diesen Klassiker.

Die Meinung der Frau zum Terminator findet ihr übrigens: Hier!

Technisch ist der Film definitiv großartig für die damalige Zeit, die Story an sich ist trotz Science-Fiction, Zeitreise und Post-Apokalpyse relativ glaubhaft. Was ich allerdings nicht glaubhaft finde ist in vielen Bereichen das Verhalten von Kyle, die unglaubliche Dummheit der Polizei nachdem in ihrer Stadt dutzende Menschen vom T-800 getötet wurden und die (für die 80er vl. noch normale) Darstellung von Sarah als blondes Dummchen und vermeintliches Partygirl, die dann plötzlich von Liebe quasselt, nachdem Sie mit einem wildfremden Typen, der erzählt er käme aus der Zukunft, ein paar Stunden lang vor einem mordenden Monster flieht. Immerhin die eine Sexszene des Films war überraschend, weil man für drei Sekunden sogar Brüste inklusive Nippel sah. Die 80er waren anscheinend da noch nicht so rückständig wie die heutigen USA, wo es bei jedem Nippel in Game of Thrones direkt Zeitungsartikel oder Aufschreie dazu gab. Ansonsten hatte der Film auch noch ein paar ganz lustige humoristische Parts, wie den Freund der Mitbewohnerin, der das Telefonat direkt mit (auswendig gelerntem) Telefonsex beginnt obwohl statt Mitbewohnerin X (Name vergessen) Sarah am Telefon war. Arnie spielte ohne eine einzige Emotion zu zeigen eiskalt die Maschine die es zu spielen galt. Ob das nun eine große schauspielerische Leistung darstellt kann ich nicht beurteilen, das müsste man die Leute fragen, die am Set waren und mitbekamen wie oft er manche Szene neu drehen musste oder eben nicht.

Würde ich den Film Leuten empfehlen, die ihn noch nicht gesehen haben: Auf jeden Fall. Es ist ein Stück Filmgeschichte und der Name SKYNET ist und bleibt in gewisser Weise in Zeiten von AI, KI und Cloudcomputing immer wie das Schwert des Damokles über unserer aller Köpfe.

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One thought on “250: The Terminator (1984)

  1. […] Wie der Mann es fand lest ihr hier. […]

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