Category Archives: #Top250

233: Rocky (1976)

Nach Dogma von unserer #Top250 Backup Liste folgte ein Klassiker aus den 70ern. Sylvester Stalone ist Rocky Balboa, the Italian Stallion. Ein Amateurboxer aus Philadelphia, der anscheinend bereits zu Beginn des Films einige Schläge zuviel in die Fresse bekommen hat.

Und wenn ihr diese ersten Zeilen lest, dann könnt ihr euch schon denken, dass dieser Film nicht sonderlich gut gealtert ist. Gerade die erste halbe Stunde hatte ich persönlich nicht mehr in Erinnerung. Dass Rocky eine eher simple Person ist – geschenkt. Aber die Art und Weise, wie er als Schläger und Geldeintreiber für den lokalen Mob “arbeitet” und nicht nur recht primitiv sondern auch sehr übergriffig an seinem Schwarm Adrian herumbaggert und sogar nicht davor zurückschreckt ihrem älteren Bruder Sachen zu versprechen, damit dieser seine Schwester zu einem Date mit Rocky überredet – schwierig. Dass Adrian kein Interesse zeigt und eigentlich garnicht mit ihm auf ein Date will, aber von ihrem Bruder dazu genötigt wird – sehr schwierig. Dass Adrian ihm eindeutig sagt, dass Sie sich nicht wohl fühlt, dass Sie gehen möchte und dass Sie ihn nicht gut genug kennt – und dann von Rocky effektiv gezwungen wird sich küssen zu lassen bzw. ihn zu küssen – widerlich. Sie war eindeutig eingeschüchtert und verängstigt, weil da dieser komische Italo-Macho im verschwitzten Unterhemd Sie an eine Wand drückt und nicht gehen lässt. Anscheinend war das 1976 romantisch oder so, denn den Rest des Films geht es mehr um Rockys Beziehung zu Adrian als um das Boxen. Heutzutage beginnt so die Geschichte einer Gerichtsverhandlung wegen sexueller Belästigung, Nötigung und potentiell sogar Vergewaltigung. Aber was weiß ich schon…

Apropos Boxen. Der Schwergewichtsweltmeister Apollo Creed leidet an fehlenden (fähigen) Gegnern. Als eine Art Marketinggag fordert er also ‘The Italian Stallion’ Rocky Balboa als Amateur aus Philadelphia zu einem Kampf um die Weltmeisterschaft am 4. Juli – dem größten amerikanischen Feiertag. Er will daraus ein Showevent machen und seine Popularität mit diesem (für ihn) Schaukampf steigern. Rocky ist auch als Amateurboxer ziemlich fertig und hat eigentlich seine besten Jahre hinter sich, aber das große Geld winkt und er beginnt zu trainieren um im großen Finale gegen Apollo Creed zu zeigen, dass er eben nicht nur ein Opfer für den amtierenden Weltmeister ist.

Nunja. 1976 konnte man das wohl so drehen und einen erfolgreichen Film daraus machen. Sicherlich wär es besser gewesen, wenn Sylvester Stalone einen ‘liebenswerten Idioten’ gespielt hätte statt einen ‘dümmlichen Macho’, dessen einzige Qualität ist, dass er sich ordentlich das Gesicht eindreschen lässt. Ja, manchmal hat man das Gefühl, dass er vielleicht tatsächlich sowas wie ein gutes Herz besitzt – aber das Gefühl ist sehr flüchtig und am Ende bleibt halt ein sehr amerikanischer Film über einen ‘stupid bum’, der durch die Überheblichkeit eines Weltmeisters die Chance seines Lebens bekommt. Vom Penner zum Nationalheld.

Übrigens auch so eine Sache, die selbst im Film mit angesprochen wird: Creed ist ein Schwarzer und sucht sich extra einen Weißen um die ‘Black vs. White’ Symbolik zu bedienen. Ist nunmal ein amerikanischer Film in Mitte der 70er Jahre.

Meine Wertung:

1/10 Punkte

( –> VStrickt’s Bewertung! <– )

Die zwei verbliebenen Punkte gibt es für den Soundtrack und den popkulturellen Einfluss, den der Film hat und hatte. Einen extra Minuspunkt kriegt der Film aber für den Protagonisten, bei dem man sich im Endkampf fragt ob man sich jetzt freuen soll weil er so viel einstecken kann oder weil er so viel auf die Fresse kriegt deswegen.

Für viele ist es vermutlich DER Motivationsfilm mit dem Training zu beginnen und mit viel Einsatz und Nehmerqualitäten zum Erfolg zu kommen. Keine Ahnung warum, aber ich bin lieber ein fetter Nerd als ein primitives Arschloch. Aber es sind nunmal andere Zeiten und Vorbilder in 2021 vertreten andere Werte, zumindest in meiner Welt.

Ich hoffe, der nächste Film wird wieder ein Kracher.

So long,
Ursu

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234: Dogma (1999)

Nachdem uns Gangs of Wasseypur zu lang und anstrengend gewesen wäre, haben wir uns für den nächsten Teil der #Top250 Serie einen Film von der Backup Liste entschieden. Also schauten wir Gestern das vor Starpower strotzende Dogma aus dem Jahre 1999.

Wie fasst man diesen Film zusammen ohne zu viel zu spoilern? Vermutlich schreibe ich am Besten einfach einen extrem langen Schachtelsatz, den niemand beim ersten Lesen vollständig versteht und dann dann beim dritten Mal lesen nach vollständigem Verständnis kopfschüttelnd denkt: “Hey, das klingt so abgefuckt, das muss ich anschauen!”

Und genau das ist Dogma. Eine Mitarbeiterin einer Abtreibungsklinik wird von der Stimme Gottes aufgefordert zwei Engel daran zu hindern durch das Tor einer Kirche zu gehen, damit all ihre Sünden vergeben zu bekommen und in den Himmel zurückzukehren, was beweisen würde, dass Gott fehlbar ist und damit sämtliche Existenz auslöschen würde. Unterstützung bekommt Sie hierbei von den zwei Propheten Jay & Silent Bob sowie vom 13. Apostel Rufus. Die zwei gefallenen Engel Bartleby und Loki wollen aber auf jeden Fall zurück in den Himmel, den Sie vor Jahrtausenden verlassen mussten und seitdem in Wisconsin ihr unsterbliches Leben auf Erden verbringen mussten. Zusätzlich kommen noch ein paar Dämonen, eine strippende Muse und George Carlin als “cooler” Hipster-Kardinal, der die Kirche und den Katholizismus wieder cool und hip machen will.

Trotz viel Klamauk und 20 Jahre später teils eher grenzwertigem Humor (vor Allem was Jay betrifft) ist der Film wirklich eine Wucht. In zwei Stunden wird wunderbar ein großer Teil der Geschichte der katholischen Kirche durch den Kakao (oder andere braune Dinge) gezogen.

Meine Wertung:

7/10 Punkte

( –> VStrickt’s Bewertung! <– )

Nächste Woche geht es wohl mit Rocky weiter. Da freu ich mich ja schon eine ganze Weile drauf – vor Allem wegen Jennys Reaktion. :’)

so long,

Ursu

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235: Nausicaä of the Valley of the Wind (1984)

Nach längerer Pause geht es ab sofort wieder weiter mit den #Top250. Diesmal war der Klassiker Nausicaä von Studio Ghibli aus dem Jahr 1984 an der Reihe.

Der Film ist eigentlich wie geschaffen für die heutige Zeit und unsere Probleme. Die Welt, die im Zeichentrickfilm dargestellt wird ist eine dystopische Wüste. Die Zivilisationen wie wir sie heute kennen haben sich vor Jahrzehnten gegenseitig vernichtet und die Welt brannte. Die Umweltverschmutzung und Zerstörung der Erde führte dazu, dass nur ein paar wenige Reiche und deren Menschen überleben konnten, während sich auf der Welt ein tödlicher Wald ausgebreitet hat, in dem giftige Sporen herumfliegen, die kein menschliches Leben darin zulassen. Die Insekten in dieser Welt sind zu gigantischen Ausmaßen angewachsen und verteidigen diesen Wald gegen Eindringlinge. Als ein Volk einen der Kollosse wiederbeleben will, die vormals der Grund dafür waren, dass die Erde so vernichtet wurde, greift dieser Konflikt auch auf das Königreich der Prinzessin Nausicaä über. Das Tal der Winde und seine Einwohner leben in Harmonie mit ihrer Umwelt und durch Winde vom Meer auch geschützt vor den giftigen Pollen des Waldes – der auch Meer der Fäulnis genannt wird.

Nausicaä entdeckt, dass die Pflanzen den vergifteten Boden reinigen und somit eine menschenfreundliche Umgebung schaffen. Doch die verfeindeten Königreiche, die die endgültige Weltherrschaft anstreben und den Wald verbrennen und zerstören wollen sind zu verbissen und unnachgiebig, dass Sie nicht auf Sie hören. Es kommt zu einem Wettlauf gegen die Zeit, damit nicht auch der letzte Rest der Menschheit vernichtet wird.

Insgesamt ist es ein sehr guter Film, der allerdings bei mir seine Magie nur bedingt entfalten kann. Natürlich ist dieses apokalyptische Szenario gemessen am Klimawandel und der immer schnelleren Zerstörung unseres Planeten sehr aktuell und war 1984 zu Zeiten des kalten Kriegs mit der ständigen Bedrohung durch Nukleare Waffen in anderer Form vielleicht sogar präsenter als heute – trotzdem gibt Punkte am Film, die mir unangenehm auffallen. Charaktere im Film haben keinerlei persönliche Entwicklung. Sie sind stur und unflexibel und auch wenn Sie direkt gezeigt bekommen, wo ihre Fehler liegen machen Sie so weiter. Stur und stocksteif ohne jegliche Reflexion. Vielleicht ist das beabsichtigt, um die “Feinde der Welt” zu (ent)menschlichen, aber es weckt Unbehagen in mir.

Insgesamt ist es trotzdem ein super Film und verdient in den #Top250.

Meine Wertung:

7/10 Punkte

( –> VStrickt’s Bewertung! <– )

Nächste Woche werden wir einen Film von der Backup Liste gucken müssen, da Gangs of Wasseypur mit über 5h Spielzeit und einem anstrengenden Thema uns beiden nicht wirklich zusagt. Mal sehen, was wir stattdessen auswählen. 🙂

so long,
Ursu

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236: Monsters, Inc. (2001)

Nachdem Rebecca von Alfred Hitchcock aus dem Jahre 1940 Online nicht aufzutreiben war, entschlossen wir uns kurzfristig ohne Umfrage direkt mit Monsters, Inc. von Disney Pixar aus dem Jahr 2001 weiter zu machen.

Wer kennt nicht das putzige, flauschige blau-lila Supermonster Sullivan und seinen einäugigen Sidekick Mike (aka Glubschi). Seit 20 Jahren ist dieser Film nicht aus den Kinderzimmern der Welt wegzudenken. Nach Toy Story 1&2 und Das große Krabbeln in der zweiten Hälfte der 90er war es der dritte richtig große Triumph der Pixar Animation Studios.

Wer den Animationsfilm noch nicht gesehen hat und einen kleinen Überblick braucht: In einer Parallelwelt werden Kinderschreie als Energiequelle verwendet. Die sogenannte Monsters Inc. Factory ist dabei einer der Hauptversorger. Die dort angestellten Monster haben nur eine Aufgabe: Nachts durch die Türe eines Wandschranks in ein Kinderzimmer zu gelangen, das Kind aufzuwecken und so zu erschrecken, dass die Schreie ‘geerntet’ werden können.

Hauptfigur Sullivan ist hierbei sowas wie ein Superstar und Rekordhalter im Kinder erschrecken. Zusammen mit seinem grünen, einäugigen Freund Mike führt er die Bestenliste des Unternehmens an – und doch ist die Produktion nicht ausreichend um den Bedarf zu decken und das Unternehmen gefährdet pleite zu gehen. Doch eines Tages geht etwas gehörig schief und plötzlich ist ein Kleinkind mit dem Spitznamen Boo in der Welt der Monster – und es hat so garkeine Angst vor Sully, Mike Wazowski und den anderen Monstern. Und auch Sully bemerkt sehr schnell, dass entgegen aller Behauptungen die Berührung eines Kindes weder tödlich ist, noch Kinder eine Gefahr darstellen. Wenn Boo nur nicht dauernd weglaufen würde um die Welt zu erkunden…

Alles in Allem ein sehr toller Film basierend auf dem vor Allem in den USA sehr verbreiteten Trope des Monsters im Wandschrank, das bei uns vmtl. am ehesten noch dem Monster unter’m Bett gleichkommt. Zwar ist die grafische Qualität nach 20 Jahren nicht mehr ganz so shiny, wie man es in Erinnerung hatte – und doch ist es ein sehr guter Film für die ganze Familie.

Meine Wertung:

8/10 Punkte

( –> VStrickt’s Bewertung! <– )

Der nächste Film auf unserer Liste wird Studio Ghiblis Nausicaä of the Valley of the Wind sein und wir werden auch Rebecca noch nachholen müssen bzw. adequaten Ersatz liefern.

Stay tuned,

Ursu

237: Rififi (1955)

Der heutige Film in der #Top250 Reihe dürfte für unsere Leser vielleicht eine Überraschung sein, weil ja eigentlich ‘Before Sunset’ angekündigt war. Dieser Film ist allerdings aktuell nicht als Stream in einer der größeren Flatrates verfügbar, als auch Teil 2 einer Filmreihe, wo ‘Before Sunrise’ später in unserer Top250 Liste noch vorkommt. Vielen Dank für diese Info an unsere #KnitterDerSchwafelrunde Gruppe in der gestrigen Jitsi Konferenz. 🙂 Entsprechend werden wir Before Sunrise und Before Sunset als Double Feature zu einem später Zeitpunkt gucken und haben heute den französischen Film Rififi von 1955 geschaut.

Der unter Regie von Jules Dassin gefilmte Streifen spielt im Paris der 50er Jahre, wo Männer der 50er Jahre Dinge der 50er Jahre tun. Sie schlagen Frauen, spielen Poker, saufen Schnaps und überfallen Juweliere um an Millionen zu kommen, die sie eigentlich nicht bräuchten, aber wofür ist man denn ein Ganove, der frisch aus dem Knast kommt?

Der Hauptdarsteller Toni saß wegen Einbruchs bereits fünf Jahre im Gefängnis und lässt es sich trotzdem nicht nehmen mit seinen drei Freunden einen weiteren Coup zu planen und durchzuführen. In knapp zwei Stunden wird also gezeigt wie diese Gangster und Lebemänner einen der größten Juweliere in Paris um Diamanten im Wert von 240Mio erleichtern um danach von einer verfeindeten Gruppe an Gangstern in’s Visier genommen zu werden, was zu einem blutigen Kampf um die Beute führt.

Ich kann nicht behaupten, dass dieser Film gut wäre. Ich kann auch nicht sagen, dass er wirklich schlecht ist – ich habe nur keinerlei Sympathie für irgendeine der dargestellten Personen. Die unglaubliche Gleichgültigkeit mit der ich mitfieberte, dass die fast zwei Stunden bald mal vorbei sind dominierte einfach. Der Film schaffte es nicht mich zu fesseln und in diese Szenerie aus Machismo, Sexismus und 50er Jahre Gangstern hineinzuziehen. Mehr als einmal war die Handlung vorhersehbar und die Konsequenz derer genauso. Mehr als einmal musste ich den Kopf schütteln über die unglaubliche Überheblichkeit der Figuren. Mein Fazit:


Meine Wertung:

2/10 Punkte

( –> VStrickt’s Bewertung <– )

Die zwei Punkte vergebe ich für zwei Dinge: Erstens, weil es durchaus sein kann, dass die Handlung für mich in 2021 vorhersehbar ist, weil so oder so ähnlich in vielen späteren Filmen gehandelt wurde. Zweitens, hat mir wenigstens etwas gefallen, wie minutiös die Gangster den Überfall auf die Minute genau planten und ihn letzlich in einer Nacht auch durchführten. Ansonsten muss ich sagen, dass dieser französische Film in eine andere Zeit gehört und er für mich kein must-see ist, dass unbedingt einen Platz in den Top250 verdient hat.

So long,
Ursu

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238: Rang De Basanti – Die Farbe Safran (2006)

Mit zwei Wochen Verspätung kommt heute der Eintrag für den nächsten Film auf unserer #Top250 Liste. Leider mit schlechten Neuigkeiten. Nach zwei Wochen und drei Anläufen können wir den Film leider nicht vollständig bewerten, weil wir auf Grund der Kameraführung und des genutzten Blurs als Stilmittel in einigen Szenen beide migräneartige Kopfschmerzen bekommen. Die Story fängt vielversprechend an, als eine junge britische Journalistin für eine Dokumentation über die indischen Revolutionäre, die in den Tagebüchern ihres Großvaters vorkommen und die von ihm damals hingerichtet wurden, nach Indien aufbricht. Dort trifft Sie an der Universität junge indische Studenten, die sie bei ihrem Traum unterstützen wollen, die Geschichte der Revolution neu zu dokumentieren.

Leider wird hierbei filmisch sehr häufig sehr schnell geschnitten, es werden helle Lichter auf dunklem Grund geblurred und die Kamera wackelt dabei so sehr, dass ich mehrfach wegschauen musste, damit mir nicht übel wird. Nachdem nach über 30 Minuten Film viele solche Szenen genutzt wurden und unsere Kopfschmerzen sich verschlimmerten, entschieden wir uns für einen Abbruch. Der Film verspricht sehr interessant zu werden, sieht man doch früh auch die Konflikte zwischen radikalen Hindi, die nicht nur gegen Pakistani wettern sondern auch gegen westliche Gedanken im Allgemeinen, der Polizei, die nur all zu bereitwillig die Hand offen hält für Bestechung jeder Art und einer Jugend, die Spaß haben möchte und ihr Leben genießen will. Umso mehr ärgert es uns, dass er für uns so nicht geschaut werden kann. Leider.

Eine Wertung fällt aus diesem Grund aus und wir versuchen vl. am Wochenende bereits Film Nr. 237 “Before Sunset” zu schauen.

Bis dann,


Ursu & Jenny

239: Jagd auf Roter Oktober (1990)

Auf Wunsch unserer Follower schauten wir diese Woche den Sean Connery Klassiker Jagd auf Roter Oktober als Ersatz für einen nicht auffind- bzw. streambaren chinesischen Film In the Mood for Love.

Sean Connery verkörpert hierbei den russischen U-Boot Kapitän und Veteranen Marko Ramius, der 1 Jahr nach dem Tod seiner Frau das modernste und neuste U-Boot der russischen Flotte “entführt” um damit in Richtung der USA zu fahren. Gejagt von der kompletten russischen Flotte und gesucht von den Amerikanern, die Angst vor einem nuklearen Erstschlag des mit einem speziellen nahezu lautlosen Antrieb ausgestatteten U-Boots. Der Film ist schön spannend und es ist sehr lange Zeit unsicher, welches Spiel Ramius spielt und was er tatsächlich vor hat – möchte er zu den USA überlaufen oder ist er nach 40 Jahren im Dienst der Marine als Ausbilder und Kapitän müde vom kalten Krieg und möchte Rache für den Tod seiner Frau? Wer den Film noch nicht kennt, der darf das gerne selbst herausfinden.

Insgesamt fasse ich mich heute recht kurz, der Film ist sehenswert und spannend. Sean Connery, Alec Baldwin und Sam Neill machen aus einem Showdown des kalten Kriegs ein spannendes und packendes Abenteuer, das für einen großen Teil mit wenigen Actionszenen und ohne große Explosionen auskommt. Mein Fazit:

Meine Wertung:

7/10 Punkte

( –> VStrickt’s Bewertung <– )

Filmisch ist es teils eine Herausforderung das dunkle U-Boot im dunklen Wasser unter See zu sehen und so ist da nicht wirklich viel Bildgewalt zu erwarten, doch trotzdem bringt der Film auch für Anfang der 90er Jahre ein ganz glaubhaftes und gutes Bild der Bewegungen der Schiffe unter Wasser rüber.

Der nächste Film auf unserer #Top250 Reise führt uns dann nächste Woche wieder nach Indien – namentlich mit dem Film “Rang De Basanti – Die Farbe Safran” aus dem Jahre 2006.

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240: Der Zauberer von Oz (1939)

Dank der Hilfe unserer Followerschaft war als Ersatzfilm für ‘Paris, Texas’ der Zauberer von Oz als Nr. 240 auf unserem #Top250 Countdown an der Reihe. Ich befürchte, mit legalen Drogen ist dieser Film für mich nicht unbedingt erträglicher zu machen. Vermutlich liegt es an mir, aber dieser Film mit seinen absolut abgefuckt verrückten Gesangseinlagen, creepy Charakteren und total dümmlichen Dialogen ist einfach nix für mich gewesen. Alles ein wenig zu sehr ‘over the top’, alles etwas zu freaky und wie ein schlechter Rausch. Klar, es waren die 30er Jahre. Der zweite Weltkrieg stand vor der Türe und es war so schon alles etwas schwierig. Die Quelle für diese Story liegt allerdings fast ein halbes Jahrhundert vorher im Buch von L. Frank Baum.

Es ist auch nicht so sehr die absolut stumpfe Story oder das total hirnlose Verhalten der Protagonisten. Das Buch und die Geschichte des Zauberers von Oz ist nunmal ein Kinderbuch – oder soll eines sein. Würde ich also deswegen meinen Kindern diesen Film zeigen wollen? Nicht zu früh. Und später – vielleicht. Und dies hat vielfältige Gründe.

Auch wenn’s vielleicht lieb gemeint ist und die Botschaft hinter der Story auch durchaus ganz süß ist, so empfinde ich die Darstellung oftmals als eher verstörend und wenig kindgerecht. Da wird auf der einen Seite die Vogelscheuche von geflügelten Monsteraffen(???) in Stücke gerissen und liegt immernoch froh und munter am Boden – auf der anderen Seite werden andauernd irgendwelche komisch aussehenden Fantasiemenschen für schlechte Musicaleinlagen genutzt, die dann von der bösen Hexe einfach mal alle getötet werden. Auch wird Dorothy als Hauptcharakter erstmal dafür gefeiert, dass Sie jemanden umgebracht hat. Yay! Die Welt von Oz ist bunt und für 1939 schön dargestellt. Eine Fantasywelt, die so bunt ist, dass ich fast erwartet hätte, dass irgendeiner der Bewohner lustig im Takt der Musik Regenbögen pupst.

Es folgen SPOILER:

Mir hingegen als bösem, bösem Menschen… kam da fast der Brechreiz. Die ganze Reise durch die Welt von Oz handelt von – Nix. Also eigentlich schon. Aber erzählerisch sammelt Dorothy ihre Party von Vogelscheche, Zinnmann und Löwe ein, kommt in Oz an, wird von der Hexe angegriffen, kann entkommen und stellt dann fest, dass der ganze Spuk eine einzige große Lüge ist. Und weil der Zauberer ein einziger großer Lügner ist, verkauft er ganz wie ein rücksichtsloser Jahrmarkthändler den Leuten dann Müll als das, was Sie eigentlich wollten. Chapeau, der Mann sollte Heizölverkäufer in Dubai werden. Keine Ahnung, was Kinder am Ende aus diesem Film lernen sollen? Lieber gut gelogen als mit der Wahrheit jemanden verletzt? Wenn du einem Menschen paar Eingeweide rausreißt, einfach zurückstopfen und hoffen, dass es schon wieder wird? Alles Friede, Freude, Eierkuchen wenn man nen zwielichtigen Typen neben einem Wagen stehen sieht – erstmal reingehen und schauen, ob er da Süßkram oder ne Wahrsagerkugel drin hat!?

Ich weiß nicht. Egal. Ich bin froh, dass es rum ist. Einfach nicht meine Art von Film und diese blöde, dümmlich gespielte Dorothy passt für mich einfach nicht mehr. Deshalb mein Fazit:

Meine Wertung:

2/10 Punkte

( –> VStrickt’s Bewertung <– )

Die zwei Punkte gibt es für 1. die Songauswahl, weil es doch Songs sind, die auch heute noch bekannt sind und 2. für den kulturellen Einfluss, den dieser Film auch heute noch bietet. Ich muss ihn nicht mögen um festzustellen, dass große Teile des Films ein Teil unserer Allgemeinbildung sind. Letzteres ist auch der Grund, warum ich den Film meinen Kindern sicherlich irgendwann zeigen würde, wenn Sie alt genug sind und auch die eher skurrilen Seiten verstehen können. Ist es ein must-see? Ja. Weil der Film gut ist? NEIN! Eventuell reicht auch ein 49 Sekunden Zusammenschnitt auf Youtube oder so.

Der nächste Film auf unserer #Top250 Liste ist bzw. wäre In the Mood for Love. Dieses chinesische Drama ist allerdings aktuell auf keiner Streamingplatform verfügbar, weshalb ich die nächsten Tage mal schauen werde, ob ich den irgendwo bekommen kann – sonst muss nochmals die Backup Liste ranhalten. Also verfolgt am Besten die nächsten Tage unsere Tweets zu #Top250 und vielleicht kommt mal wieder eine neue Umfrage. 🙂

Bis dann,

Ursu

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241: Es geschah in einer Nacht (1934)

Weiter geht es in den #Top250. Jetzt war für uns mit “It happened one night” der erste richtig alte Klassiker an der Reihe. Clarke Gable und Claudette Colbert spielen hierbei ein ungleiches Paar, dass sich auf einer Reise von Miami nach New York in einem Greyhound Bus begegnet. Sie ist hierbei auf der Flucht vor ihrem Vater, der ihre geplant Hochzeit mit einem New Yorker Piloten & Lebemann nicht gut heißt und er ist frisch gefeuert aus seinem Job als Reporter für eine große New Yorker Zeitung.

Mit viel Charme spielt Clarke Gable in großartiger Weise die Rolle des verschmitzten, cleveren Reporters, der ein Auge auf Miss Andrews geworfen hat. Diese versucht das Geheimnis ihrer Flucht von Zuhause und vor ihrem Millionen-schweren Papa zu bewahren und möglichst unerkannt nach New York zu ihrem Verlobten zu gelangen. Natürlich mit zu wenig Geld und vielen kleinen oder großen Mißgeschicken. Als Reporter findet Peter Warne sehr schnell die Wahrheit heraus und entscheidet sich der jungen Dame in Not auf ihrer Flucht zu helfen. Als Gegenleistung bekommt er die Story seines Lebens.

Alles in Allem ist es ein tolles, sehr gut gemachtes und durchaus witziges Roadmovie, das für sein Alter sehr gut gereift ist. Wir haben die 4K Remastered Edition gesehen und auch wenn der Film natürlich in Schwarz-Weiss lief und die Tonspur nicht die Beste war, so ist es ein sehr sehenswerter Film. Deshalb mein Fazit:

Meine Wertung:

8/10 Punkte

( –> VStrickt’s Bewertung <– )

Da Ich bereits heute ein Veto gegen den nächsten Film in der Liste (Paris, Texas aus dem Jahr 1984 von Wim Wenders) einlege, werden wir euch einen Film von unserer Backup Liste (Link!) auswählen lassen. Durch Zufallsauswahl sind die vier Filme, die euch zur Wahl stehen um als Nr. 240 geschaut zu werden folgende:

1. The Wizard of Oz (1939)
2. Lord of War (2005)
3. Basic Instinct (1992)
4. Geliebte Jane (2007)

Einen entsprechend Vote dazu findet ihr auf Twitter in den nächsten Stunden. Der dann ausgewählte Film wird geschaut und fliegt aus der Backup Liste. Eventuell™ wird des Öfteren die Backup Liste auch mal dazu benutzt, einen Film einzuschieben, falls wir den aktuellen Film aus der Top250 aktuell nicht günstig als Stream oder DVD/Bluray erhalten können oder wir anderweitig Lust haben zu verschieben. 🙂

Großer Dank hierbei auch an die fleißigen StrickerInner, HäklerInnen und BastlerInnen der #KnitterDerSchwafelrunde, die am Wochenende die Backup Liste um fast 200 Titel erweitert haben, die allgemein als Klassiker und mehr oder weniger must-see betrachtet werden könnten.

Bis dann,

Ursu

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242: Portrait of a Lady on Fire (2019)

Heute fasse ich mich unglaublich kurz. Dieser Film ist nicht meins. Dieser Film packt in zwei Stunden die Handlung von vielleicht 10 Minuten und diese 10 Minuten sind an Unaufgeregtheit und Entspannung kaum zu überbieten. Ich glaube die aufgeregtesten ~17 Sekunden bestehen darin, dass eine Frau an einen Strand läuft. Und das sagt eigentlich schon Alles. Ich dachte es wäre eine Romanze, ein Drama, eine Liebesgeschichte. Und das ist es durchaus. Aber die Art und Weise wie diese Geschichte erzählt wird entlockte mir ein einziges, kurzes, müdes Lächeln – drei Gähner und einen kurzen ‘Oh!’-Moment. Es ist und bleibt eben ein französischer Kunstfilm. Und da gibt es definitiv sehr schöne. Dieser langweilte mich, auch wenn die Landschaft schön war. Ich glaube tatsächlich, dass mich am Meisten daran störte, dass die zwei sich verliebenden Hauptpersonen mit einer Distanz und Kühle miteinander umgehen, die mehr verstörend ist als ein ‘hach’ auszulösen. Oder siezen Sie ihre Liebhaber vor, nach und während des Aktes? Ich hoffe nicht. Und mir ist natürlich klar, dass diese Distanz ein Stilmittel ist und mit voller Absicht dem Zuschauer in’s Gesicht springen soll und ihm schreckliche Pein und Schmerzen verursachen soll, weil’s auf einfach unglaublich dämliche Weise das “Verboten-sein” der Beziehung der Protagonistinnen darstellt. Aber will ich von einem Stilmittel genervt werden? Naja, Kunst halt…

Meine Wertung:

3/10 Punkte

( –> VStrickt’s Bewertung <– )

Es ist halt Kunst. Und die polarisiert schon mal. Dass ich genervt war hat Sie auf jeden Fall geschafft. Wer weiß schon, ob das nicht die Intention war?

Achso: !SPOILER! Es gibt Brüste, nackte Frauenkörper und eine eher verstörende Szene wo eine Achselhöhle gefingert wird. Kunstfilm eben. Was soll ich noch sagen.

Ich freu mich auf jeden Fall auf den nächsten Film: It happened one night von 1934 mit Clarke Gable und Claudette Colbert. Diesmal dann ein wahrer Klassiker.

Schönen Abend,
Ursu

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