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Wenn Männer Frauen nachpfeifen…

Es fing Gestern an mit einem relativ harmlosen Tweet:

Ich fand den Tweet interessant. Ich persönlich kannte zwar den Begriff des Street Harassment, aber es war für mich das erste Mal, dass Ich wirklich einer Frau ‘begegnete’, die es stört, wenn ein Mann ihr nachpfeifft und anscheinend wirklich ein Problem damit hat. Ich entschied mich ein wenig nachzubohren. Ich persönlich habe kein Problem, wenn Männer einer Frau nachpfeiffen – es ist eine Art auszudrücken, dass man die Frau attraktiv findet – wenn auch extrem plump und primitiv, so kann man mit einem Zwinkern vl. sogar ein Kompliment darin entdecken. Wenn nicht, dann kann man es als das hinnehmen, was es ist – ein Ausdruck von Gefallen.

Okay, zugegeben – Ihr vorzuschlagen, es als Kompliment zu sehen, war nicht wirklich durchdacht – natürlich würde eine Frau, die sich selbst Feministin nennt nicht akzeptieren, dass Männer ihr Komplimente machen wollen. Aber mein Interesse war geweckt.

Was genau stört eine Frau eigentlich daran?

Ich hatte hier also eine Frau, die sich wirklich dran störte, wenn ihr Männer hinterherpfeifen. Für mich als interessierten, weltoffenen Mann war das natürlich ideal um mehr zu erfahren.

Auf Nachfrage, was es denn sonst sei, ob es eine Beleidigung sei – oder vl. sogar ein Angriff auf ihre Persönlichkeit, wurde ich auf Google verwiesen – ich solle doch Street Harassment googlen. Interessant. Ich frage nach der persönlichen Meinung und werde zu Google geschickt. Ein Link zu ihrem Blog wäre wenigstens ein Link zu ihrer persönlichen Meinung gewesen. Ich wollte nicht die Meinung irgendwelcher Authoren und anderer Blogger.

Weitere Ausflüchte:

Ich muss hier zugeben, irgendwo in diesem Gespräch war Ich dann auch genervt, weil keine Frage beantwortet wurde und dauerhaft ausgewichen wurde. Das ist wie wenn du einen radikalen Christen fragst, wieso er an Gott glaubt und er dir eine Bibel hinlegt, damit du sie liest. Ich will die persönliche Meinung zu diesem Thema und keine vorgebeteten Texte anderer Prediger. Also bohrte ich weiter nach. Leider ohne wirklichen Erfolg.

Ja, ich muss zugeben – 140 Zeichen sind sehr wenig um soetwas ausführlich darzustellen. Ich hätte nur gerne einen oder zwei plausible Gründe gehabt, wieso Sie persönlich sich angegriffen fühlt. ‘Es geht meist um das wie’ ist allgemein, ‘meist’ … also wird ihr häufig nachgepfiffen und dann auf verschiedene Art und Weise – oder spricht sie wieder von den Meinungen anderer, was Street Harassment ist und was nicht?

Es ist ihr also egal was diese Menschen von ihr halten. Es ist ihr egal, ob diese Leute zu ihr gehen und ihr sagen, dass Sie attraktiv ist – oder ob diese Leute ihr nachpfeifen. So egal, dass sie sich bei Twitter darüber beschwert. Ist es vielleicht einfach nur, weil sie eine feministische Lehre vertritt, in der eben gepredigt wird, dass Männer, die Frauen nachpfeifen böse sind? Ist es vielleicht garnicht ihre eigene Meinung, die Sie da vertritt? Eine weitere Nachfrage wieso es sie stört, wurde mir so beantwortet:

Sie kennt also die Intention der Leute, die ihr da nachpfeifen. Sie weiß, wieso ihr nachgepfiffen wurde. Vielleicht aus jugendlichem Leichtsinn, vielleicht, weil sie als Frau attraktiv ist oder zumindest äusserlich so wirkt. Auf Nachfrage, ob Sie die Leute denn auf die Intention des Pfeifens anspricht oder schlichtweg mutmaßt, kommt eine letzte Ausflucht:

Statt eine Antwort zu bekommen, wurde mir ein weiteres Mal eine Bibel vor die Füße geworfen – zu Gott habe ich immer noch nicht gefunden – und statt Ahnung, vermittelte diese Feministin genau das, was ich bei vielen Anhängern irgendwelcher Ismen sehe. Sei es Feminismus, Faschismus, AntiFaschismus, Sexismus, religiöser Fanatismus, etc.

Man hat eine Meinung, weil man eine Meinung vorgesagt bekommt. Man betet diese Meinung Anderen vor und entweder man denkt nicht selbst, oder man nimmt es als gegeben hin, dass es so ist wie es ist. 

Hier wurde anscheinend jemandem erfolgreich beigebracht, dass es böse ist, wenn Männer einer Frau auf der Strasse nachpfeifen. Persönlich kann diese Person keine treffenden Gründe anbringen, wieso es Sie wirklich stört – denn eigentlich ist es ihr egal. Doch weil sie sich selbst Feministin auf die Fahnen schreibt, muss sie natürlich auch so handeln, wie viele Menschen es ihr vorleben und vorbeten. Das Internet ist da ein super Ort – wenn man eine Meinung haben will, findet man sie auch – und dann hat man ja etwas, woran man sich festhalten kann.

P.S.: Ich bin nichtmal Befürworter vom ‘Hinterherpfeifen’ – Ich selbst habe in meinem Leben noch keiner Frau auf der Straße nachgepfiffen und sehe auch keinen Grund dafür. Es finde es ehrlich gesagt ziemlich primitiv.

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