Mehr.

Menschen sind komplexe Wesen. Sie sind Lebewesen, die teils unterschiedlicher kaum sein können. Sie sind klein und groß, dick und dünn, männlich, weiblich, divers, blond, brünett, glatzig, mit kurzen sowie langen Haaren, schwarz, weiß, gelb, braun, rot und häufig bunt. Sie haben große Brüste, lange Nasen, spitze Bärte, große Ohren, lange Finger, dicke Zehen, große und kleine Augen, dicke und dünne Lippen. Sie sind schnell oder langsam, faul oder fleißig, sportlich oder träge, Leser oder Zuschauer, intro- oder extrovertiert, offen oder verschlossen, still oder laut. Und egal welches dieser Attribute auf einen Menschen zutrifft, so ist er am Ende der Liste seiner Attribute Mensch. Mit Haut und Haar, von Kopf bis Fuß, von A wie Arterie bis Z wie Zahnschmelz. Und als Mensch ist er mehr als all diese Attribute, die diesen Menschen beschreiben können und häufig doch nichts über Ihn oder Sie als Gesamtwerk Mensch aussagen.

Mensch sein bedeutet ‘mehr sein’. Mehr als die Summe der Attribute, die man auf den ersten Blick oder im ersten Gespräch oder auch nach Jahren in denen man glaubte, sich zu kennen, von jemandem sieht. Kein einziges Attribut definiert den ganzen Mensch. Kein einzelnes Attribut gibt einem das Recht, vollumfänglich über einen Menschen zu urteilen oder diesen sogar zu verurteilen.

Und doch, so ist es inzwischen wieder üblich – wir kategorisieren, wir denken in Attributen statt in Menschen. Wir grenzen aus und wir verurteilen. Wir benutzen Begriffe um Menschen aufgrund ihrer Attribute – äusserlich wie innerlich – auf ihre Attribute zu reduzieren. Wir reduzieren und verlieren selbst dabei eine unglaublich wichtige Sache: Menschlichkeit.

Der junge Kerl, der in Boots mit zerissenen Jeans, Bandshirt und mit Glatze im Zugabteil sitzt, der ist sicher Nazi. Vielleicht spricht es niemand so direkt aus, aber so denken wir. Wir denken in Schubladen und in Stereotypen.
Der alte Mann mit langem, grauen Bart und Turban mit seiner Frau und zwei Töchtern in der Bahn, der unterdrückt seine Familie sicherlich. Natürlich MUSS das so sein, schließlich tragen alle 3 Frauen Schleier und Kopftuch. Sind es gar nicht seine Frau und Tochter? Hat er vielleicht gar seinen Harem dabei? Man spricht ihn nicht an, man sucht nicht den Dialog sondern urteilt. Es ist oft so offensichtlich und häufig doch so falsch. Aber so funktionieren Vorurteile.

Der junge Kerl leidet an genetisch bedingtem Haarausfall und hätte so gerne die langen Haare seiner Freunde. Headbanging macht ohne Haare nur halb so viel Spaß. Die Blicke der Leute in der Bahn stören ihn nicht mehr – lieber doofe Blicke als diese komische Halbglatze mit der kahlen Stelle am Kopf die ihm in seiner Clique den Spitznamen Monk eingebracht hat. Er findet das cool, denn er hat in seiner Jugend Karate Kid und American Shaolin gesehen, für extrem cool befunden und die asiatische Kultur mit ihren Klöstern und Mönchen fasziniert ihn. In seiner Tasche liegt ein Buch über den Buddhismus.
Der alte Mann ist mit Frau und zwei Töchtern aus einem Kriegsgebiet geflohen. Was Sie am Körper tragen ist ein Großteil dessen, was Sie noch haben. Zwei seiner Söhne starben in diesem Krieg, zu verlor man auf der Flucht den Kontakt. Als seine Heimatstadt mit Mörsergranaten beschossen wurde entschied er sich zur Flucht. Er ließ Alles zurück um die Personen, die er über Alles in der Welt liebt in Sicherheit zu bringen. In seinem Land war er ein angesehener Arzt, aber in Deutschland darf er nicht praktizieren. Seine Frau und Töchter sind unglaublich glücklich und dankbar, dass Vater und Ehemann mit Ihnen geschafft hat zu überleben. Sie haben nicht viel und versuchen hier ein neues Leben zu beginnen.
Die Schleier tragen Sie aus Respekt, religiösem Glauben und zu ihrem eigenen Schutz. Es ist ein Teil ihrer Kultur, die Sie bei ihrer Flucht mitgenommen haben. Teil ihrer Erziehung. Teil von Ihnen als Mensch. Sie zu zwingen diese Schleier nicht mehr zu tragen wäre für manche vielleicht vergleichbar mit dem Zwang plötzlich überall nackt herumlaufen zu müssen. Das würde hier auch niemand wollen, oder?
Auch Sie sehen die Blicke der Einheimischen*. Sie spüren, dass sie nicht überall Willkommen sind und wie Ihnen Menschen aus dem Weg gehen – aber auch das ist besser, als die Menschen in ihrem Land, die Ihnen offen nach dem Leben trachten. Weil Sie anderen Glaubens sind, weil Sie im falschen Landesteil oder sogar nur im falschen Stadtteil geboren wurden, weil Sie Menschen helfen wollten und über Attribute wie Religionszugehörigkeit, Aussehen, Herkunft hinwegsahen und damit selbst zu Verfolgten wurden.

*Ich hatte an dieser Stelle das Wort ‘Deutschen’ stehen – aber wenn meine Erfahrung im Alltag mir Eines gezeigt hat, dann sind die Menschen mit Migrationshintergrund, die einfach einige Jahre vorher bereits da waren häufig genauso zuwanderungsfeindlich.

Dies sind extreme Beispiele, die ich in dieser Form frei erfunden habe und die doch für Viele der Leser in ähnlicher Form bekannt sein dürften. Wer auf Menschen zugeht, bereit ist diese kennenzulernen und nicht mit verschlossenen Augen und Scheuklappen durch die Welt geht, der erkennt normalerweise recht schnell, wie erste Eindrücke täuschen können. Der erkennt, dass nicht alles Schwarz & Weiß ist. Dass die Grautöne der Menschen unserer Gesellschaft diese zu dem bereichern, was ich als ‘Mehr’ bezeichne.

Jeder Mensch hat in meinen Augen verdient, gehört zu werden. Was er sagt, mag absoluter Dreck sein und vielleicht ist er kein Mensch, den man um sich haben möchte, vielleicht ist er ein riesengroßes radikales Nazi-Arschloch. Aber wenn man ihn nicht hört und vorher sein Urteil bereits gefällt hat aufgrund von Attributen, die vielleicht passen könnten, dann ist man kein besserer, nur ein anderer Mensch auf der anderen Seite des Spektrums. Der Übergang ist dabei übrigens fließend und es gibt keine harten Kanten – es gibt nur Menschen. Und diese Menschen sind meist so unterschiedlich, dass man von Einem nie auf den Anderen schließen sollte.

Kein Mensch ist frei von Fehlern, Macken oder der einen oder anderen komischen Ansicht. Und doch definieren wir unsere Umwelt und die Menschen in der Gesellschaft immer mehr auf Grund ihrer Attribute. Zu viel für meinen Geschmack und viel zu häufig ohne die Person zu kennen oder sogar ganze Personengruppen. Du besuchst ein Festival für deine Lieblingsband und es tritt eine andere Band mit nationalistischem Gedankengut auf? Sofort bist auch du als Rechts abgestempelt. Die anderen Bands treten auf der gleichen Bühne am gleichen Festival wie diese Band auf? Alle Rechts und nicht genug distanziert vom nationalistischen Gedankengut der rechten Band. Du betrachtest radikale Aussagen und Taten gegen Nazis wie die AfD – mit Beispiel angezündeter Autos und Hetzaufrufen – eher kritisch? Du wärst sogar bereit mit diesen Flachpfeiffen und geistigen Tieffliegern in einen Diskurs zu gehen um neben mangelnder Menschlichkeit die Ursachen zu verstehen um ihrem weiteren Aufstieg als Partei gegenwirken zu können? Dann bist du irgendwann Nazi-Versteher oder noch schlimmer: Man stellt dich selbst auf eine Stufe mit diesen. Denn es kann neben Weiß nur Schwarz mehr geben – für uns oder gegen uns. Gut oder Böse. Blaue oder rote Pille.

Doch das sind wir nicht. Wir sind mehr. Wir Menschen – alle Menschen – sind mehr als unsere Attribute. Wir sollten uns auch so benehmen. Ausgrenzung hat noch nie dazu geführt, dass Menschen sich änderten. Ausgrenzung führt zu Rissen und aus diesen Rissen werden irgendwann unüberwindbare Schluchten und verhärtere, eiskalte Fronten.

Und jeder Einzelne von uns kann bei sich selbst anfangen. Vorurteile aktiv überwinden, auf Menschen aktiv zugehen, Menschen aktiv zuhören und Ihnen die Konsequenzen falschen Handelns oder Denkens aktiv aufzeigen. Konstruktiv statt destruktiv – inklusiv statt exklusiv. Aktiv durch Dialog statt passiv durch Ausgrenzung. Es bedarf Überwindung, es bedarf Kraft und viel Einsatz und man kann niemals Alle retten, es gibt hoffnungslose Fälle und menschliche Katastrophen – aber niemand sollte aufgeben ohne es versucht zu haben.

Und wenn man nur einen Menschen überzeugt, dann lohnt sich dieser Kampf. Es ist ein harter Kampf und es ist ein Kampf den man nicht für sich alleine führt sondern für alle Menschen unserer Gesellschaft. Für die Zukunft unserer Gesellschaft und ein Zusammenleben in Menschlichkeit und im Dialog. Kein Leben in Schubladen. Arm gegen Reich, Dick gegen Dünn, Rechts gegen Links, Vegan gegen Omnivor, Frau gegen Mann, etc. etc. bedeutet am Ende auch immer Mensch gegen Mensch.

Auge um Auge und die ganze Welt wird blind sein.
Mohandas Karamchand Gandhi, *1869 †1948
Indischer Rechtsanwalt und geistiger Führer der indischen Freiheitsbewegung


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[WIP] DER TOD KOSTET DAS LEBEN

Leicht verschwitzt von den Temperaturen des karibischen Frühsommers steigt Than voller Vorfreude aus dem Taxi. Überall in der Stadt vibriert das Leben, laufen Menschen halb-nackt, teils mit Cocktail-to-go Becher in der Hand und ausgelassener Stimmung über den Stadtplatz. Einwohner der Stadt verkaufen an ihren fahrenden kleinen Ständen Softeis und andere Snacks an die Touristen, während keine Wolke am Himmel steht, die das Brennen der Mittagssonne mildern könnte.
Thanatos Demuertis – kurz Than. Unter diesem Namen checkt Er in’s Occidental Costa Cancún Hotel ein. Offiziell ist er als 22jähriger, griechischer Medizinstudent unterwegs, der dieses Jahr nutzt um die Welt zu bereisen. Die junge Dame am klimatisierten Empfang begrüßt ihn mit einem zuckersüßen Lächeln und er genießt jeden Augenblick, in dem Sie ihn nicht behandelt als wäre er das Schlimmste, was Ihr passieren könnte. In dem Sie nicht in Ohnmacht fällt oder schreiend davonläuft. Ihr Name ist Verónica und auch wenn Sie nicht weiß, wieso Sie ihm das erzählte, weiß er jetzt, dass Sie um 21Uhr Feierabend hat und dass Sie heute vor hat im Palazzo feiern zu gehen, weil sie zwei freie Tage vor sich hat. Grinsend und fröhlich Richard Wagners Götterdämmerung summend steigt Than in den Aufzug, als hinter seinem Rücken auf einem Fernseher in der Lobby die ersten Nachrichten Sondersendungen anfangen. In großen Lettern titelt die Laufschrift: “IMMORTALITY!? What we know so far!”

Zwei Kilometer weiter ist im Krankenhaus die Hölle los. Patienten, die nur noch von den Geräten am Leben gehalten wurden, können plötzlich auch ganz ohne diese. Unfallopfer, die gerade im OP darauf warten ihre Organe spenden zu dürfen, versterben einfach nicht. Schlimmste Verletzungen sind nicht tödlich und selbst der Mann, der vorhin bei einem Motorradunfall fast seinen Kopf verlor und eigentlich schneller Blut verlieren sollte als die Blutkonserven in seine Adern pumpen können, ist zwar ziemlich geschockt, aber relativ munter. Streng gläubige Menschen bekreuzen sich unentwegt, einige werfen sich sogar auf den Boden und beten zu Gott – wobei die Gründe vielfältiger kaum sein könnten. Die Einen sehen es als ein Zeichen Satans, der den Menschen den Weg ins Paradies entgültig versperrt hat – während Andere zitternd und weinend auf Knien Gott dafür danken, dass ihre Angehörigen noch leben.
In einer Abstellkammer schnitt sich ein Patient im psychiatrischen Flügel der Klinik die Pulsadern auf und nach einem kurzen Nickerchen wachte er blass und unglaublich munter in einer großen Pfütze seines Blutes wieder auf. Klinisch betrachtet hätte er längst tot sein müssen, praktisch war er der wohl erste nahezu blutleere Zombie ohne Puls und Herzschlag – und hätten die Mitarbeiter nicht vor einer Stunde das Arbeiten eingestellt, dann hätte ihn vielleicht sogar jemand bemerkt. So spazierte in Mitten des vorherrschenden Chaos Hectór Alvarez Aran de Madras seelenruhig und unbemerkt aus der Psychatrie des Municipal Krankenhauses auf die Straße und in eine sehr heiße Woche.

 

[Teaser] Der Tod kostet das Leben

Entnervt warf er die Sense in die Ecke. Nach über 4000 Jahren mit etwas, was man Zivilisation nennen könnte, war er müde. Todmüde. Natürlich hatte er den Job schon wesentlich länger, aber ungefähr 3900 der letzten 4000 Jahre war der Job mehr oder weniger entspannt. Hier ein Krieg, da die Pest, Cholera, die spanische Grippe, Feldzüge, Umweltkatastrophen. Die meisten seiner Großaufträge gut dokumentiert in den Geschichtsbüchern der Menschen, hatte er eine gute Zeit – von Zeit der Ägypter über die Römer bis zum 30jährigen Krieg. Nie wurde ihm langweilig. Bis jetzt.

Er war müde und erschöpft. Ihm war auch nicht wirklich langweilig. Er war es nur satt, dass das Töten die letzten 100 Jahre schlicht unkreativ wurde. Wo früher Menschen noch Duelle ausfochten oder sich im mehr oder minder gerechtfertigten Zweitkampf erschossen, erstachen oder schlicht zu Tode prügelten, traf auch ihn die Industrialisierung wie seine Sense eine Familie in ihrem Minivan, der von einem Güterzug erfasst wird. Wo ist denn heute die Kreativität? Früher durfte er sich aussuchen, ob seine Kunden vom Schwerte sofort hingestreckt werden oder sie noch teilweise Wochen langsam dahinsiechten um letzlich an einer Sepsis zu krepieren. Heute? Kopfschuss. Giftgas. Selbstmordbomben. Wo bleibt denn da das Leiden? Wo bleibt die Kreativität, wenn ein einziges Flugzeug gleich hunderte Menschen in Sekunden dahinrafft?

Natürlich gab es im Laufe der Gesichte immer wieder große Katastrophen – Vulkanausbrüche, Erdbeben, Flutwellen – doch auch da war seine Kreativität gefragt. Er verstand sich als Virtuose, wenn er gezielt Menschen mit umherfliegenden Ziegelsteinen dahinraffte, während ein Sturm tobte und andere scheinbar Glück hatten, weil sie nur um wenige Centimeter verfehlt wurden. Falls ihr euch schonmal gefragt habt, wieso bei großen Unglücken einige wenige wie durch ein Wunder überleben können – Großaufträge und die pure Faulheit, diese einzeln abzuarbeiten.  Und doch mehren sich diese Aufträge die letzten Jahre. Die Menschheit hat Mord & Totschlag effizient industriell globalisiert.

Tausende Schussverletzungen jeden Tag. Autounfälle sind selten spannend und der ewige Kampf gegen die Menschheit mit ihrem Jugendwahn bleibt auf der Strecke. Das Durchschnittsalter steigt und steigt – und der einzige Grund ist, dass die Auftragslage die letzten Jahre unglaublich anstrengend und zermürbend ist. Er braucht eine Pause. Er will mal schauen, wie ein paar seiner zukünftigen Aufträge aktuell so ihr Leben genießen. Party machen. Vielleicht auch mal nicht gehasst werden, Menschen treffen, die nicht sofort vor Angst tot umfallen, wenn sie ihn sehen. Zumindest, mit einem anderen Outfit.

Langsam legt er den langen, schwarzen Mantel ab, klopft den Staub der letzten Tage und Wochen ab und hängt ihn an seine Sense. Grimmig blickte er in die müden, leeren Augen im Spiegel. “Zeit für Urlaub!” sagte er mit eiskaltem Grinsen, als er sein Tablet herausholte um sich ein Outfit auszusuchen. Ob Giacomo Casanova wohl auch heute so viel Spaß hätte? Oder doch ein junger Odysseus – oh ja, die aktuelle Bartmode passt eher zu Odysseus als zu Casanova. Als südländischer Tourist fällt er hoffentlich auch nicht zu sehr auf – er will seine Ruhe und mal sehen, wie dieses “Leben” so ist. Die Welt wird schon nicht untergehen, wenn er ein paar Tage Auszeit nimmt.
Zwei Stunden später steht er am Flughafen an der Ostküste Mexikos und steigt wie viele andere junge Touristen aus einem Flugzeug. Spring Break soll der heiße Scheiss sein, wenn man Entspannung braucht und Stress abbauen will. Immerhin dieses Jahr wird es wohl keine Drogentoten und Alkoholleichen geben. Denn der Tod kostet das Leben.

Sexuelles – ist ja ekelhaft!

Ein Keks packt aus

Wie viele Menschen bekommen rote Ohren, wenn man nur einen zweideutigen Witz reißt oder mal das Thema Sex überhaupt anschneidet. Wie aber sieht es da mit den Menschen aus, die ihre Sexualität und sexuellen Vorlieben frei ausleben?

Ein Artikel, warum es wichtig ist, offen darüber zu reden – über rote Ohren, Fetisch-Shops und Popo-Haue.


Es ist Samstagmittag. Zwei junge Frauen Anfang 20 stehen in einem Geschäft und schauen sich Schuhe an. Es wird diskutiert über Absatzhöhe, Material, Farbe, Preis. Alles scheint normal, so lange man sich in dem Geschäft nicht weiter umschaut. Dort hängen ein paar Overknee-Stiefel in Größe 54, daneben steht ein Mannequin gekleidet in ein Kleid aus Latex. Der ältere Verkäufer hinter der Theke sortiert gerade die neu eingetroffene Ware, während neugierige Kunden das Sortiment durchstöbern. Geht man weiter in den Laden hinein, so finden sich ganz gewöhnliche Kleiderständer, Umkleiden und das obligatorische “Nur 3 Teile!” Schild in…

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Protected: Ein wunderschöner Anfang

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#nofucksgiven – Ein Traum

Werte Leser,

Ich habe Gestern in der Psychotherapie darüber geredet, wie es mir aktuell geht, welche Ziele und Pläne ich für die Zukunft habe und dass ich das Gefühl habe, auf dem richtigen Weg zu sein. Als Fazit kann ich behaupten: Mir geht’s sehr gut und ich kann trotz kleinerer Probleme & Sorgen auf dem Weg weitergehen, den ich gerade gehe – und dass ich das weiß ist sehr viel wert. Ich weiß auch, dass ich vermutlich nie einen Brettspielladen mit Bastelwerkstatt & Spielräumlichkeiten haben werde, wo Jung & Alt Spaß haben können… Das wäre mein Traum, wenn ich mal im Lotto gewinnen würde. Ich spiele nur gar kein Lotto.

Jeder Mensch kennt solche Träume. Solche idealen Ziele, die man verwirklichen würde, wenn man genügend Kapital, Zeit und Hilfe hätte – dazu die richtige Mondphase, der perfekte Zeitpunkt und der perfekte Ort. Träume, die so perfekt sind, dass man irgendwann einsieht, dass sie zu 99.8% ein Traum bleiben werden.
Seit letztem Jahr gibt es in Hamburg das Würfel&Zucker Brettspielcafé (wuerfelundzucker.de). Ich finde die Idee dahinter großartig, das Konzept, die Umsetzung, das Team – ich bin begeistert und ein großer Fan davon. Ich liebe seit Jahren Brett- bzw. Gesellschaftsspiele aller Art. Eigentlich möchte ich ultimativ irgendwann beruflich mehr mit Menschen zu tun haben und weniger nur vor’m Rechner sitzen. Ich mag es, Menschen um mich zu haben, die Lebensfreude ausstrahlen. Ich helfe gerne Menschen. Ich bin vielseitig interessiert, was Spiele angeht – von Sammelkartenspielen wie Magic the Gathering bis zu Tabletop ist alles dabei (und Tabletop scheiterte bisher nur an fehlendem Geld&Zeit). Ich bin auch gerne kompetitiv und habe zu meiner aktiven Zeit mit MtG gerne auch Magic Turniere besucht. Zusätzlich empfinde ich das Fördern von Kreativität gerade bei Kindern und Jugendlichen extrem wichtig – und auch wenn ich in den letzten Jahren das Gefühl habe, damit fast schon in der Minderheit zu sein: Ich mag Kinder. Das Würfel&Zucker ist ein unglaublich tolles Beispiel, aber ich würde für meinen Traum vermutlich noch einen Schritt weiter gehen.

Grundsteine meiner (utopischen) Idee:

  • Verkauf & Beratung für Spielzeug, Brettspiele, Tabletop Figuren, Kartenspiele, Bücher, Bastelutensilien, etc.
  • Großer Spielbereich, wo man Spiele ausprobieren kann und auch Turniere gespielt werden können. Auch Spielzeugecke für die ganz Kleinen.
  • Workshops, Gruppen-Projekte, Contests im Bastelbereich. Neben herkömmlichem Bastelzeug und Werkzeug (nur unter Aufsicht des geschulten Personals) auch Installation eines 3D Druckers um so den Bogen zu den Möglichkeiten dieser doch recht frischen Technologie aufzuzeigen.
  • 3D Modelling Workshops & Kurse für Einsteiger & Fortgeschrittene um mit dem 3D Drucker z.B. eigene Spielekomponenten zu erstellen. Vielleicht sogar eigenes Spielzeug zu basteln.
  • Workshops für traditionelles Basteln & Handwerk wie Stricken, Häkeln, Flechten.
  • Kunst & Kreativität in allen Bereichen möglich machen – bis hin zum Zeichnen & Malen. Eine all-inclusive Kreativitätslandschaft, wo man ausprobieren und basteln kann, wo Träume wahr werden.

Mir ist bewusst, dass dieser Traum monumental groß gedacht ist. Die Räumlichkeiten, die benötigten Ressourcen, die benötigten Mitarbeiter,… alles utopisch und doch ein wunderschöner Traum. Ein Ort, wo Menschen Freude daran haben, etwas zu schaffen, oder einfach nur zusammen zu spielen. Ein Ort, wo man als Erwachsener wieder das Spielkind sein darf, das man auf Grund der vielen Verantwortung häufig lange vergessen und weggesperrt hatte – weil man ja ‘Erwachsen’ sein muss.
Nein, ich habe keine Ahnung, wie das finanzierbar wäre. Vmtl. bräuchte man Partnerschaften mit verschiedensten großen Unternehmen. Eine Bastelwerkstatt dieser Größe bräuchte Maschinen verschiedenster Art, Werkzeuge die gewartet werden und vor Allem: Sicher sind. Es müsste immer genügend Mitarbeiter geben, damit die Kinder nie unbeaufsichtigt sind, selbst wenn man sagen würde, dass Eltern für ihre Kinder haften. Spiele-Erklärer für den Spielebereich, Supportpersonal, Verkaufspersonal,… Ich will mir garnicht ausdenken, wieviel Zeit&Geld&Nerven dieses Projekt fressen würde, bevor es irgendwann vielleicht profitabel sein könnte. Es ginge mir bei der Idee auch eigentlich nicht um Profit – sondern um Lebensfreude. Aber es ist ja auch nur ein wunderschöner Traum – ein Gedankenspiel und wenn ich mal im Lotto gewinnen sollte… jaaa, dann… aber ich spiele ja garkein Lotto, das kann ich mir nämlich nicht leisten!

Viele Grüße,
euer Ursu

Protected: #ProjectUrsu – Gestern… Heute! Morgen?

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#UrsuWorldtour – der Abschluss

Guten Tag,

der letzte Blogpost zum Abschluss der Worldtour nach über 2 Monaten. Ich habe viel zu lange damit gewartet und es ist inzwischen so viel passiert, dass ich nicht versprechen kann, dass ich Allem die nötige Akkuranz geben kann, die diese Tage verdient haben. Dafür möchte ich mich vorab erstmal entschuldigen – ich hoffe ihr seht es mir nach.

Tag 9 – Hamburg

Der zweite Samstag der Worldtour war ganz im Zeichen der Feier von Phils 40. Geburtstag. Er hatte zwar schon einige Wochen vorher Geburtstag aber durch eine Reise nach Nepal und andere Umstände wurde eben erst gefeiert, als ich auch mitfeiern konnte. Ich fühlte mich sehr geehrt und freute mich schon lange Phil endlich wiederzusehen nach unserem ersten Treffen beim ersten #UrsuKochtFollower vor inzwischen über einem Jahr.
Nach der vorhergehenden Nacht mit Gesprächen bis kurz vor 3Uhr Morgens schliefen sowohl Phil als auch ich etwas länger und gönnten uns dann erstmal ein gemeinsames Frühstück und einen entspannten Vormittag (bis 16Uhr ist doch Vormittag – oder? ODER?) bevor es nach Hamburg in’s Würfel & Zucker ging. Dorthin hatte Phil einige Freunde & Kollegen geladen um in geselliger Runde bei Pizza und Kuchen (Wer Phil kennt, weiß dass dieser nicht fehlen darf!) das neue Lebens-Jahrzehnt zu feiern. So verbrachten wir dann den späten Nachmittag und den Abend bei tollen Gesprächen, lustigen Witzen, Plänen für die Weltherrschaft mit Einhörnern und allgemein festlicher Stimmung im Keller des Würfel & Zucker direkt neben der Kegelbahn.
Nach Ende der offiziellen Festivitäten und Abreise einiger Gäste entschieden wir uns für eine Runde ‘Kampf gegen das Spießertum’ im kleinen Kreis. Theo, Laus, Phil, Nadine und meine Wenigkeit bemühten uns dabei redlichst, das Niveau nicht nur zu biegen sondern zu brechen, während Tari sich um ihren Guiness kümmerte und herrlich Spaß hatte uns zuzuschauen. Kampf gegen das Spießertum ist dabei ein an das Spielprinzip von Cards-against-Humanity angelehntes deutsches Gesellschaftsspiel mit herrlich bösen und sogar bösartigen Kombinationsmöglichkeiten. Wir vernichteten das Spießertum dann auch prompt in einer mehrstündigen Spielesession, bis letzlich Nadine um kurz vor 6Uhr Morgens die meisten Siegpunkte gesammelt hatte. Ich behaupte ja, das war entweder ein Niedlichkeits- oder schlicht der Tittenbonus – hielt die gute Dame doch vier gestandene Mannsbilder in Schach. Beweisen lässt sich das natürlich nicht – aber ich kann mit meinem zweiten Platz durchaus zufrieden sein.
Danach war es auch für das Würfel & Zucker an der Zeit, die Pforten zu schließen und nach einer kurzen Heimfahrt landete ich zielsicher direkt auf Phils Couch, um noch ein paar Stunden Schlaf zu ergattern, bevor es nach einem leckeren gemeinsamen Frühstück weiter nach Bayreuth zu Sarah gehen sollte.

Tag 10 – Bayreuth

Tatsächlich gibt es da nicht viel zu sagen. Nach über 6h Fahrt von Hamburg bis Bayreuth war ich sehr müde und ziemlich fertig, als ich bei Sarah ankam. Sarah musste am nächsten Tag auch arbeiten, weshalb wir lediglich für ein paar Stunden nach meiner Ankunft am frühen Abend quatschen konnten und ich ihr meine bisherigen Erlebnisse der Worldtour schilderte, bevor wir beide relativ müde zu Bett gingen.

Tag 11 – Erlangen & Ende der Worldtour

Am nächsten Morgen war Sarah bereits in der Arbeit als ich gegen 10Uhr die Wohnung verließ und mich auf den Weg nach Erlangen machte. Dort war geplant, mich mit Sophia zu treffen um einen Kaffee zu trinken und uns zu unterhalten. Da ich um kurz vor 11 viel zu früh in Erlangen angekommen war, entschied ich mich dazu die Stadt zu besichtigen und währenddessen Pokémon GO zu spielen. In gut 2.5h wanderte ich so die komplette Innenstadt Erlangens ab, ging über 8km zu Fuß und genoß die Ruhe einer Innenstadt an einem Werktag, beobachtete die Studenten, die Mittags wuselnd aus den verschiedenen Gebäuden der Universität strömten und die arbeitende Bevölkerung auf dem Weg zur Mittagspause. Um zwei Uhr traf ich mich dann mit Sophia am ausgemachten Treffpunkt und wir gingen in ein sehr schönes Café wo wir uns über zwei Stunden bei leckerem Kaffee über Gott & die Welt, Beziehungen, die Worldtour und alle möglichen anderen Dinge unterhielten.
Am Ende war dann kurz vor Fünf für mich die Zeit gekommen, um die letzte Strecke der Worldtour zu fahren und nicht ganz drei Stunden später parkte ich mein Auto auf meinem Stellplatz in der Tiefgarage.

Fazit

Nach 2300km, 10 Tagen, 10 Städten, unzähligen wundervollen Treffen mit unglaublich tollen Menschen und ein paar neuen Freunden mehr kam die erste #UrsuWorldtour zu einem sehr erfolgreichen Abschluss. Es tat unglaublich gut und ich fühlte mich überall unglaublich wohl und willkommen. Ich möchte mich hier nochmal ausdrücklich bei allen Menschen bedanken, die mir eine Schlafmöglichkeit boten, die sich mit mir getroffen haben und auch diese, die mir diese Reise überhaupt möglich machten indem sie mir positives Feedback gaben zu all den Sachen, die ich so mache und mir damit Mut machten, so ein Projekt wirklich in Angriff zu nehmen – es hat sich sowas von gelohnt!

Danke! ❤

Euer Ursu

 

Protected: Das Auge des Sturms

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